Herzlich willkommen in unseren Kirchengemeinden!
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
ist Ihnen das schon passiert: Sie wollen ein Fest machen, haben Einladungen verschickt, das Haus geputzt, Tische dekoriert, Sitzkärtchen geschrieben.
Sie haben sich Gedanken um die Sitzordnung gemacht, ein aufwendiges Essen vorbereitet, ein paar von den besten Flaschen Wein aus Ihrem Keller geholt, haben sich Mühe gemacht, alles gut zu organisieren, Zeit investiert. Aber nichts geschieht. Keiner klopft an, Sie zu besuchen. Niemand ist da, der Ihrer Einladung folgt, keiner, der sich für Sie interessiert?
Der Mann, von dem Jesus erzählt, hat das erlebt. Auch er hat Gäste eingeladen. Als das Essen fertig ist, schickt er seinen Diener aus. Er soll die Gäste holen. Doch die Eingeladenen reagieren anders als erwartet. Der erste sagt: „Ich habe einen Acker gekauft, den muss ich noch ansehen; ich bitte dich, entschuldige mich.“ Der zweite antwortet: „Ich habe fünf Gespanne Ochsen gekauft. Die will ich jetzt ansehen, ich bitte dich, entschuldige mich.“ Der dritte protestiert: „Ich habe erst kürzlich geheiratet; ich kann nicht kommen.“
Der Diener kommt ohne einen einzigen Gast zum Herrn. Er berichtet, was die Leute ihm aufgetragen haben zu sagen. Der Hausherr ist sauer. Jetzt könnte er den Tisch abräumen lassen, die offene Flasche Wein allein austrinken, das Essen wegschütten. Aber er handelt anders. Er beauftragt seinen Angestellten: „Geh auf die Straßen und Gassen, führ die Armen, Verkrüppelten, Blinden und Lahmen ins Haus.“ Der Diener tut, wie ihm geheißen. Die Armen, Verkrüppelten, Blinden und Lahmen kommen. Langsam füllen sich die Zimmer. Aber dem Herrn sind es nicht genug. Wieder schickt er seinen Knecht aus: „Geh auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige alle hereinzukommen, damit mein Haus voll wird. Denn ich sage euch: Keiner der Männer, die eingeladen waren, wird mein Abendmahl schmecken.“ Dieses Gleichnis steht im Evangelium des Lukas, Kapitel 14, die Verse 15 bis 24.
Gott lädt ein, mit ihm zu feiern. Dafür schickt er Jesus, uns zu Gott zu bringen. Jeder, der seiner Einladung folgt, ist herzlich willkommen, ob sonntags in einem Gottesdienst oder bei einer anderen Feier. Gott grenzt keinen aus. Auch in den Kirchengemeinden wird in diesem Jahr gefeiert: Beim Gemeindefest am 17. Juni sind alle in den Pfarrgarten nach Kettenheim eingeladen. Am Dekanatskinderkirchentag am 18. August in Offenheim werden auch Kinder und Mitarbeitende unserer Pfarrei teilnehmen. Dort kommen sogar Christen, Moslems und Juden zusammen. Bei beiden Veranstaltungen werden Gottesdienste gefeiert. In einem Gottesdienst sind Menschen unterschiedlicher Herkunft verbunden. Das zeichnet christliche Gemeinde aus, dass in ihr alle einen Platz finden.
Wer Christ ist, der nimmt Jesus zum Vorbild. Von ihm erzählen die Evangelien, dass er sich allen Menschen gewidmet hat: Reichen und Armen, Kranken und Gesunden, Männern und Frauen, Starken und Schwachen, Alten und Jungen, Juden und Andersreligiösen. Bringen wir seinen Geist zur Geltung! Lassen wir ihn sichtbar und spürbar werden innerhalb unserer Gemeinden und nach außen. Lasst uns als Christen einladend und offen sein! Feiern wir ein Fest, zu dem alle geladen sind, auch die, die nicht oder anders glauben!
Einen Segens reichen Sommer mit guten Begegnungen in und außerhalb unserer Gemeinden wünscht Ihnen
Ihre Gemeindepfarrerin
Vorwort Frühjahr 2012
Liebe Leserinnen, liebe Leser!
„Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ So lautet die Losung für das Jahr 2012. Sie steht im 2. Korintherbrief, Kapitel 12, Vers 9. Darin lesen wir eine Ermutigung zum Schwachsein. Aber wer ist gerne schwach? Schwachsein heißt auch, von anderen abhängig zu sein. Wie schwer fällt es, sich Schwächen einzugestehen – erst recht, sie vor anderen zu zeigen! Wie stolz sind viele, wenn sie etwas selbst tun können, unabhängig zu sein.
Von Älteren höre ich oft den Satz: „Am schlimmsten ist es für mich, dass ich auf fremde Hilfe angewiesen bin.“ Sie erleben es als belastend, wenn sie Handgriffe des Alltags nicht mehr selbst tun können, die eigenen Kräfte nachlassen. „Nur keine Schwäche zeigen!“, tönt es aus Politik, Gesellschaft und Sport. Menschen versuchen, ihre Fehler zu vertuschen. Nicht ohne Grund leiden viele, schon in jungen Jahren, am Burnout - einem Syndrom, in dem Betroffene sich körperlich und seelisch ausgebrannt fühlen. (Weiter...)
Vorwort Winter 2011
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
eine Freundin hatte eine Überraschung für mich. Sie sagte: „Mach mal die Augen zu.“ Dann setzte sie sich neben mich auf die Couch, nahm meine Hand und legte sie sich auf den Bauch.
„Du bist schwanger!“, rief ich. Sie lachte: „Ja! Das ist dein Patenkind.“ Ich war stolz und gerührt zugleich. Mit dem Patenamt betraut zu werden, ist eine gute und ehrenvolle Aufgabe. Eltern vertrauen einem anderen ihr Kind an, es zu unterstützen, zu begleiten, für es Ansprechpartner, Bezugsperson zu sein, sich für seine Entwicklung mitverantwortlich zu zeigen. So lange es ihnen möglich ist, sollen sie für ihr Patenkind da sein. (Weiter...)

